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Kleiner Parasit - Große Angst

Die Zecke gehört zur Klasse der Spinnentiere, genauer gesagt zur Gruppe der Milben.

Um sich zu entwickeln oder um sich zu Vermehren brauchen sie je eine Blutmahlzeit von ihrem Wirt.

An diese gelangen sie, indem die Zecke die Haut ihres Wirts mit ihren Scheren aufreißt und sich mit ihrem Stachel ins Gewebe gräbt um das dort einfließende Blut abzusaugen. Eine Zecke kann bis zu zwei Wochen an einem Wirt sitzen um zu trinken. Ihr Gewicht ist danach um ein vielfaches schwerer.

Nach einer Blutmahlzeit kann eine Zecke bis zu fünf Jahre ohne einen weiteren Wirt leben.

 

Wann beginnt die Zeckenzeit?

Zecken sind äußerst zäh und können im Winterschlaf Temperaturen von bis zu minus 20 Grad überleben. Sobald die Temperaturen über 7 Grad steigen, werden die Zecken wieder aktiv. In der Regel geht die Zeckenzeit in Deutschland von Februar bis Oktober. Sie können aber auch in milden Wintern auf die Jagd gehen.

 

Was macht die Zecke so gefährlich?

Zecken sind häufig Überträger von Krankheiten. Während dem Trinken können sie Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose, FSME und Anaplasmose durch den Speichel in die Wunde des Wirts übertragen. Um eine Krankheit zu übertragen muss eine Zecke mindestens 16 bis 24 Stunden an ihrem Wirt saugen.

 

Borreliose: Wird durch spiralförmige Bakterien (Borrelien) ausgelöst. Es gibt verschiedene Unterarten der Borreliose und nicht alle werden dem Hund gefährlich. Ist das Tier jedoch infiziert, breiten sich die Bakterien über den Blutkreislauf im Körper aus. Symptome treten oft erst nach 4 bis  6 Wochen auf und lassen sich daher oft schlecht zuordnen. Das Tier ist oft matt, will nicht fressen und hat Fieber. Bei weiteren Krankheitsschüben kommt es häufig zu Gelenksentzündungen und Lahmheit. In schlimmen Fällen kann es zur Schädigung von Herz und Nieren und dadurch schließlich zum Tod führen.

 

Babesiose: Babesien sind Einzeller und zerstören die roten Blutkörperchen eines Hundes. Etwa eine bis drei Wochen  nach der Infektion kann es zu hohem Fieber und dunkel gefärbtem Urin kommen. Durch die Zerstörung der Blutkörperchen sind die Schleimhäute sehr hell, der Blutdruck niedrig und es kommt zur Vergrößerung der Milz. Durch die Entzündungsreaktion kann es zu Multiorganversagen kommen. Unbehandelt ist die Babesiose tödlich.

 

Ehrlichiose: Mit Ehrlichiose infizieren sich häufig Hunde die in warmen Regionen oder am Mittelmeer im Urlaub waren. Der Erreger ist ein Bakterium und sorgt nach etwa 10 Tagen nach der Infektion für folgende Symptome: Schwellung der Lymphknoten, Fieber, Mattigkeit und Fressunlust. Durch die Bakterien werden die weißen Blutkörperchen befallen. Häufig endet die Krankheit tödlich.

 

FSME: Der FSME-Virus ist nicht in ganz Europa verbreitet, sondern eher in den südlichen Bundesländern und Osteuropa. Es passiert eher selten, dass Hunde sich mit dem Virus infizieren, doch wenn es passiert, endet dies häufig mit dem Tod des Tieres. Symptome können Fieber, Muskelzittern, Schwindel und symmetrische Lähmungserscheinungen sein. Bisher gibt es nur Symptombehandlungen bei dieser Krankheit.


Anaplasmose: Anaplasmen sind Bakterien, die ebenfalls die weißen Blutkörperchen des Tieres befallen. Der Anteil der infizierten Hunde ist hoch, jedoch bricht es nicht bei jedem Tier aus. Die Symptome sind ähnlich denen der Borreliose: Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Lahmheit und Gelenksentzündungen. Es kann auch zu Blutgerinnungsstörungen und Schleimhautblutungen kommen.

 

Wie schütze ich mein Tier vor Zecken?

Die beste Methode ihr Tier vor Krankheiten durch Zecken zu schützen, ist es in der Zeckenzeit ihr Tier täglich oder nach jedem Spaziergang/Ausritt zu kontrollieren. Die Zecke braucht einige Minuten oder Stunden um sich einen Platz zu suchen und kann zu dem Zeitpunkt noch leicht von der Haut oder dem Fell des Tieres entfernt werden.

Bitte halten Sie Abstand von den typischen "Chemie Keulen" gegen Parasiten. Das Gift dieser Präparate lagert sich in der Leber und senkt die Immunabwehr ihres Tieres. Es gibt viele natürliche Mittel gegen Zecken, wie Heilkräuter, Effektive Mikroorganismen, Bernsteinhalsbänder und Öle.

 

Wie entferne ich eine Zecke?

Waren Sie nicht schnell genug und eine Zecke hat es doch geschafft zu beißen, sollten sie wissen, wie genau sie die Zecke am Besten entfernen. Nehmen Sie eine Zeckenkarte oder Zange und setzen Sie sie unterhalb des Kopfes der Zecke an. Dann wird die Zecke langsam von der Tierhaut weggezogen. Quetschen Sie den Zeckenkopf nicht unnötig mit Pinzetten oder Fingern, denn das führt zu weiterem Speichelaustritt. Nach dem Ziehen müssen sie die Zecke auf Vollständigkeit überprüfen. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, bewahren Sie die Zecke auf und bringen Sie sie zur nächsten Apotheke. Dort können Sie sie auf Borreliose und andere Krankheiten testen lassen.

 

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