Tierheilpraxis Nadine Sörensen
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07. Mai 2026

Hat mein Hund Schmerzen?

Schmerzen erkennen beim Hund

Hunde sind darin erstaunlich gut, Schmerzen zu verbergen. Oft zeigen sie keine deutlichen Signale, sondern nur kleine Veränderungen, die im Alltag leicht übersehen werden. Ein etwas langsameres Aufstehen, ein zögerlicher Schritt, weniger Freude an Bewegung…All das wirkt auf den ersten Blick unscheinbar und wird schnell als „normal“ interpretiert.

Viele dieser Anzeichen werden deshalb nicht sofort mit Schmerzen in Verbindung gebracht, sondern als Alterserscheinung oder vorübergehende Phase eingeordnet. Doch gerade im Alter verlaufen Veränderungen oft schleichend. Sie kommen leise, Schritt für Schritt, und fallen erst auf, wenn sie schon deutlich geworden sind.

Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen. Denn hinter vielen dieser kleinen Veränderungen kann mehr stecken und je früher wir sie erkennen, desto besser können wir unsere Hunde im Alltag unterstützen.

Was sind Schmerzen?

Schmerzen sind ein wichtiges Warnsignal des Körpers. Sie weisen darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Sei es eine akute Verletzung, eine Überlastung oder eine bereits begonnene Gewebeschädigung. Im Körper gibt es spezielle Rezeptoren, sogenannte Schmerzrezeptoren, die auf solche Reize reagieren. Sie nehmen die Information auf und leiten sie über das Nervensystem an das Gehirn weiter.

Dort wird der Schmerz verarbeitet und eingeordnet. Das Ziel dahinter ist immer Schutz: Der Körper möchte erreichen, dass das Verhalten angepasst wird, zum Beispiel durch Schonung, weniger Belastung oder eine veränderte Bewegung. Schmerzen sind also nicht „schlecht“, sondern zunächst einmal sinnvoll, weil sie helfen, weitere Schäden zu vermeiden.

Man unterscheidet dabei grob zwischen akuten Schmerzen und chronischen Schmerzen. Akute Schmerzen treten plötzlich auf, zum Beispiel nach einer Verletzung, und haben eine klare Schutzfunktion. Chronische Schmerzen hingegen bestehen über einen längeren Zeitraum. Sie können auch dann noch vorhanden sein, wenn die ursprüngliche Ursache nicht mehr eindeutig erkennbar ist. Der Körper „lernt“ den Schmerz gewissermaßen.

Häufige Symptome

Plötzliche Verhaltensänderungen gegenüber Menschen oder Artgenossen:

  • Angst
  • Aggressivität
  • Unsicherheit
  • Zurückziehen 
  • Unruhe
  • Berührungsempfindlichkeit

Bewegung

  • Spielunlust
  • Spaziergänge werden immer kürzer oder werden vermieden
  • Schnelle Ermüdung
  • Lahmheiten oder steifer Gang
  • Vermeidung bestimmter Körperhaltungen (zb. Sitz oder Platz oder das Liegen auf einer Seite)
  • Vermeidung bestimmter Bewegungen: Treppen laufen, Springen etc
  • Aufstehen und Hinlegen dauert länger

Mimik und Körperhaltung

  •  Zugekniffene oder aufgerissene Augen
  • Angespannte Lefzen
  • Angelegte Ohren
  • Herabhängende oder eingeklemmte Rute
  • Ungewöhnliche Körperhaltungen, wie „Katzenbuckel“ oder „Gebetsstellung“ 

Fressen

  • Stark gesteigerter oder verminderter Appetit
  • Plötzliche Ressourcen Verteidigung

Weitere Symptome

  • Lecken, Knabbern oder Kratzen an schmerzenden Körperstellen
  • Speicheln oder Schmatzen
  • Hecheln ohne Anstrengung oder Wärme
  • Unruhiger Schlaf, vermehrtes Aufstehen und Positionswechsel

Viele Veränderungen werden im Alltag ganz automatisch eingeordnet:
„Er wird halt alt.“
„Er ist einfach ruhiger geworden.“
„Er hat keine Lust mehr.“

Diese Gedanken sind verständlich. Denn natürlich verändern sich Hunde im Alter. Sie werden gelassener, schlafen mehr und brauchen oft längere Pausen. Doch genau hier liegt die Schwierigkeit: Nicht jede Veränderung ist einfach nur „das Alter“.

Beobachte deinen Hund im Alltag ganz bewusst. Scheinbar unauffälligen Signale verdienen Aufmerksamkeit, denn sie können wertvolle Hinweise sein.

Warte nicht darauf, dass Beschwerden deutlich werden. Vorbeugen ist immer besser als „heilen“. Je früher du Veränderungen wahrnimmst, desto besser kannst du deinen Hund unterstützen und ihm langfristig Lebensqualität erhalten.

Wenn dir etwas auffällt oder du unsicher bist, gilt: lieber einmal mehr hinschauen (oder hinschauen lassen) als zu lange abzuwarten. Ein früher Blick kann oft einen großen Unterschied machen.

tagPlaceholderTags: Hund, Schmerzen

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